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Die gesunden "Wilden": Kräuter sammeln im Frühling

Brennnesseltee in einer Glastasse

© Magdalena Kucova AdobeStock 54893957

Endlich Frühling! Nach den kalten Wintermonaten zieht es uns dank der ersten kräftigen Sonnenstrahlen vermehrt nach draußen. Eine Zeit des Neubeginns macht sich besonders im Frühling bemerkbar, da unser Körper nach vielen Indoor-Aktivitäten wieder aktiv sein möchte. Längere Spaziergänge stehen an der Tagesordnung. Streift man durch Wälder und Wiesen, findet man dabei nicht selten einige Frühlingskräuter, die herrlich duften. Aber Vorsicht, safety first: Beim Bestimmen und Sammeln von Kräutern gibt es einiges zu beachten.

Welche Kräuter gibt es im Frühling?

Sogenannte Wildkräuter kann man grundsätzlich fast das ganze Jahr hindurch sammeln. Das Angebot variiert dabei je nach Saison und lässt sich unterschiedlich verarbeiten – vom gesunden Smoothie bis hin zur Dekoration für pikante und süße Speisen.

Nach der langen Winterpause stärken Frühlingskräuter dank ihrer aktivierenden Inhaltsstoffe unseren Organismus auf natürliche Art und Weise und versorgen den Körper mit Energie. Nicht nur die Küche wird durch die Verwendung von Kräutern bereichert: bei richtiger Anwendung können bestimmte Kräuter in unsere Hausapotheke integriert werden.

  • Wildkräuter können unsere Gesundheit unterstützen!

Reich an Vitaminen und Mineralstoffen verfügen bestimmte Kräuter über eine gesundheitsfördernde Wirkung und werden traditionell auch als Hausmittel eingesetzt.

  • Wildkräuter schmecken sowohl zu süßen als auch zu pikanten Speisen gut!

Auch wenn unser Gaumen sich erst an die geschmackliche Intensität so mancher Kräuter gewöhnen muss, so finden die unterschiedlichen Blätter und Blüten in der Küche seit langer Zeit Anwendung. Von süß bis säuerlich zu bitter – hier ist für jede Geschmacksrichtung etwas dabei.

  • Wildkräuter können vielseitig eingesetzt werden!

Ob in Smoothie, Salat, Dip, Suppe, Pesto oder Aufstrichen – Wildkräuter sind vielseitig einsetzbar und bereichern viele Gerichte durch ihre feine oder intensive Geschmacksnote.

Welche Kräuter wachsen denn nun im Frühling und Sommer? Tatsächlich beginnen einige der bekanntesten Arten schon früh im Jahr ihre grünen Spitzen auszustrecken.

BRENNNESSEL
Wer beim Spaziergang schon einmal an einer Brennnessel gestreift ist, der weiß, dass der direkte Körperkontakt mit dieser Pflanze nicht unbedingt angenehm ist. Ihre Brennhaare reizen die Haut und laden im ersten Moment nicht dazu ein, sie zu essen. Zu Unrecht, denn die Brennnessel eignet sich perfekt für viele Rezepte wie Suppen, Tees oder Smoothies. Idealerweise sammelt man die oberen jungen Triebe, also die oberen vier bis fünf Blätter, da sie am meisten Nährstoffe enthalten.
Die Brennnessel ist reich an Eisen und Vitaminen und verfügt über harntreibende und entzündungshemmende Eigenschaften.
Tipp: Damit die Blätter auf der Zunge nicht brennen, schneidet man sie vor dem Verzehr am besten ganz klein, püriert oder kocht sie kurz auf.

LÖWENZAHN
Die gelben Blüten des Löwenzahns sind besonders reich an Vitamin C, wirken blutreinigend und regen sämtliche Verdauungsorgane an. Seine Blätter schmecken aufgrund der enthaltenen Bitterstoffe sehr gut im Salat, die Blüten können beispielsweise in Tinkturen verarbeitet werden.
Tipp: Die Samen des Löwenzahns verbreiten sich sehr leicht durch den Wind, daher wächst er quasi überall. Gesammelt werden sollte er aber nur auf Wiesen und nicht zwischen den Asphaltritzen im Beton.

BÄRLAUCH
Bereits Ende Februar lassen sich die ersten kleinen grünen Blattspitzen des Bärlauchs beim Waldspaziergang entdecken, die rasch größer werden und dann im Mai hübsche weiße Blüten bekommen. Die Rezeptvielfalt ist hier besonders groß, da der Bärlauch bei verschiedenen Speisen eingesetzt werden kann. Ob kleingehackt im Knödel oder Risotto oder verarbeitet als Pesto in der Pasta – Bärlauch schmeckt in vielen Variationen.
Vorsicht: Beim Bärlauch ist die Verwechslungsgefahr mit Maiglöckchen-Blättern nicht zu unterschätzen. Ein Indiz kann der Geruch sein: reibt man ein Bärlauch-Blatt zwischen den Fingern, steigt schnell ein frisch knoblauchartiger Geruch in die Nase. Vor dem Sammeln sollte man sich also unbedingt über die Unterschiede im Aussehen informieren oder sogar eine fachkundige Person dabeihaben.

GÄNSEBLÜMCHEN
Sobald der Schnee taut, richten sich die Gänseblümchen auf und sind fast überall zu finden. Einfach zu erkennen sind sie durch ihre kleinen, weißen Blüten mit leuchtend gelben Zentren auf niedrigen Stängeln. Besonders gut eignen sie sich für Salate und Desserts. Gänseblümchen enthalten viel Vitamin C und haben entzündungshemmende, schleimlösende und verdauungsfördernde Eigenschaften.
Tipp: Besonders gut machen sich Gänseblümchen als Dekoration für diverse Gerichte.

GIERSCH
Durch sein robustes Wurzelsystem verbreitet sich der Giersch sehr schnell überall, was ihm einen unliebsamen Ruf als Unkraut eingebracht hat. Dabei sind die jungen Blätter reich an Vitamin C und Eisen und erinnern vom Geschmack her an Petersilie.
Tipp: Geschmacklich passt Giersch klein gehackt am besten in Suppen oder Salate.

Weitere beliebte Frühlingskräuter sind:

  • Spitzwegerich
  • Waldmeister
  • Schafgarbe
  • Frauenmantel
  • Sauerampfer

etc.

Um die Kräuter länger genießen zu können, können sie

  • getrocknet,
  • in Öl eingelegt oder
  • klein geschnitten eingefroren

werden.

Was man beim Sammeln von Kräutern beachten sollte

Interessiert man sich für Kräuter und möchte zum ersten Mal welche sammeln, sollte man sich vorab bei fachkundigen Personen genau über Aussehen, Verarbeitung und möglichen Verwechslungen mit anderen Kräutern informieren.

WICHTIG IST:

Eindeutiges Erkennen & Ausschließen von Verwechslungen!
Grundsätzlich sollten nur Kräuter gesammelt werden, die man eindeutig zuordnen kann und idealerweise schon mal gesammelt hat. Vorab kann es helfen, sich in Büchern, auf Websites, oder mithilfe von Pflanzenerkennungs-Apps Rat zu holen. Oder man macht sich gemeinsam mit einer fachkundigen Person auf den Weg und lässt sich erklären, woran man bestimmte Kräuter erkennt und welche man bedenkenlos sammeln kann.

Sammelgebiete!
Manche Wildkräuter verbreiten sich sehr schnell und wachsen an jeder Straßenecke – dies wäre jedoch nicht der ideale Ort, um Kräuter zu sammeln. Besser ist es, Wiesen abseits von Straßen, Fabriken oder landwirtschaftlich genutzten Gebieten aufzusuchen und dort zu sammeln. Auch auf Hundekot in der Nähe sollte Acht gegeben werden.

Sauberkeit!
Bevor die Kräuter verarbeitet werden, müssen sie unbedingt gründlich gewaschen werden, um sie von möglichen Verunreinigungen zu befreien.

Achtsamkeit gegenüber der Natur!
Beim Sammeln sollte man nur die Menge an Kräutern mitnehmen, die man auch verarbeiten kann. Seltene oder geschützte Arten dürfen nicht gesammelt werden.

Möchten Sie mehr über die vielfältige und gesundheitsfördernde Wirkung von Wildkräutern wissen? Dann kommen Sie zu uns in die Apotheke, wir beraten Sie gerne.

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