Medizin auf Reisen: Was man beim Mitführen von Medikamenten beachten muss

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Der Urlaub ist gebucht, die To-do-Liste abgearbeitet und die Koffer sind gepackt. Für manche Menschen bedeutet eine Urlaubsreise aber gleichzeitig auch eine frühzeitige Besorgung aller Medikamente, die sie im Alltag regelmäßig einnehmen müssen. Dabei ist in erster Linie wichtig, diese in ausreichender Menge für die Dauer der Reise mitzunehmen, damit es nicht zu ungewollten medizinischen Zwischenfällen kommt. Wie viele Medikamente darf man ins Ausland aber eigentlich mitnehmen? Und wie soll man sie transportieren? Im Koffer oder im Handgepäck?
Tipps für den Transport von Medikamenten auf Reisen
Benötigt man regelmäßig Medikamente, ist es empfehlenswert, diese früh genug vor Reiseantritt in ausreichender Menge zu besorgen. Auch wenn im jeweiligen Urlaubsland grundsätzlich eine gute medizinische Versorgung vorhanden ist, so sind manche Medikamente im Ausland nicht immer verfügbar oder nur schwer zu bekommen. Deswegen lieber auf Nummer sicher gehen.
Grundsätzlich gilt: Die mitgeführten Medikamente müssen für den persönlichen Gebrauch bestimmt sein. Man darf die Menge dabeihaben, die man während der Dauer der Reise benötigt. Für Länder außerhalb der EU kann es gesonderte Bestimmungen geben, hierzu sollte man sich vor der Reise unbedingt bei der jeweiligen Behörde oder Botschaft des Ziellandes informieren.
Behörden wie beispielsweise der ADAC bieten Formulare zum Download an, in die man in vorgefertigte Tabellen alle Medikamente eintragen kann, die man bei sich hat und wie viel man wovon braucht. Das Formular kann und sollte vom behandelnden Arzt oder der behandelnden Ärztin abgestempelt werden.
Wenn man aufgrund einer Erkrankung bestimmte Medikamente in einer größeren Menge oder medizinisches Zubehör (z.B. Spritzen oder Nadeln) auf die Reise mitnehmen muss, sollte man
- ein ärztliches Attest über den Grund bzw.
- die ärztliche Verschreibung
bei sich haben, um Missverständnisse beim Zoll zu vermeiden.
Das Attest sollte idealerweise nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Englisch verfasst sein. Außerdem sollte es
- den Handelsnamen und
- den Wirkstoffnamen
der benötigten Medikamente enthalten.
Der Wirkstoffname ist besonders wichtig, falls die mitgeführten Medikamente nicht ausreichen und man im Ausland einen Ersatz besorgen muss.
Medikamente, die während der Anreise zu einer bestimmten Uhrzeit eingenommen werden müssen, sollten am besten im Handgepäck mitgeführt werden. So stellen Sie die Verfügbarkeit sicher, falls Ihr Gepäck während der Reise verloren geht oder verspätet ankommt.
Wichtig: Belassen Sie die Medikamente beim Transport idealerweise in der Originalverpackung und stellen Sie sicher, dass der Beipackzettel darin enthalten ist.
Es wird empfohlen, das anderthalb bis zweifache des benötigten Bedarfs an Medikamenten im Handgepäck mitzuführen, um eine Reserve zu haben.
Falls Medikamente gekühlt werden müssen, so informiert man sich am besten vorab bei der Fluggesellschaft, was zu diesem Zweck an Bord im Handgepäck mitgenommen werden darf. Auch extreme Temperaturschwankungen, UV-Strahlung oder Feuchtigkeit können Arzneimittel unbrauchbar machen. Empfindliche Medikamente sollten daher in gut isolierten Behältern transportiert werden.
Wenn Sie bei der Sicherheitskontrolle angekommen sind
- nehmen Sie alle festen und flüssigen Medikamente aus der Tasche und
- positionieren Sie das Attest bzw. die Bescheinigung sichtbar.
Folgendes ist weiters zu beachten:
- Flüssige Medikamente: Normalerweise gilt, dass Flüssigkeiten an Bord die Menge von 100 Milliliter nicht überschreiten dürfen, für flüssige Medikamente gilt diese Mengenbeschreibung jedoch nicht. Es ist empfehlenswert, ein ärztliches Attest dabei zu haben, aus dem hervorgeht, dass die Medikamente dem persönlichen Gebrauch dienen.
- Tabletten und Pillen: die benötigte Menge darf ins Handgepäck, muss aber mithilfe eines Nachweises dargelegt werden.
- Betäubungsmittel: Wenn starke Schmerzmittel eingenommen werden müssen, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, ist es unerlässlich, eine Bescheinigung für das Mitführen vorzuweisen. Diese muss vom Arzt unterschrieben sein.
Die Reiseapotheke
Für die gewöhnliche Reiseapotheke ist in der Regel kein ärztliches Attest bzw. eine Bescheinigung notwendig. Sie wird normalerweise im Reisegepäck und nicht im Handgepäck transportiert.
Die häufigsten gesundheitlichen Probleme auf Reisen betreffen unter anderem:
- Kopfschmerzen,
- Durchfall,
- Reiseübelkeit,
- Verstopfung,
- Juckreiz,
- Erkältungen,
- Sonnenschutz,
- Insektenschutz,
- Wundversorgung oder
- Thromboseprophylaxe
etc.
Entsprechende Medikamente zur Basisausstattung der Reiseapotheke können vorab mit dem Arzt festgelegt werden. Folgende Medikamente und Utensilien sollten darin enthalten sein:
- Schmerz- und Fiebermittel (Vorsicht: Bei Tropenreisen sollten möglichst keine Acetylsalicylsäure-haltigen Schmerzmittel verwendet werden, da diese unter anderem bei Dengue-Fieber Gerinnungsprobleme verursachen können).
- Medikamente gegen Durchfall,
- Elektrolytmischungen,
- Medikamente gegen Verdauungsbeschwerden,
- Medikamente gegen Reiseübelkeit (Kreislaufprobleme, Erbrechen),
- Medikamente gegen Erkältung (Halsschmerzen, Husten, Schnupfen),
- Sonnenschutzmittel,
- After-Sun-Lotion,
- Mittel gegen Sonnenallergie,
- Desinfektionsmittel,
- Wund- und Heilsalbe,
- Kühlkompressen,
- Fieberthermometer,
- Verbandsmaterial,
- medizinische Dokumente.
Tipp: Verreist man mit Kindern, sollte die Reiseapotheke zusätzlich auf die Bedürfnisse der Kleinen abgestimmt sein. Das heißt, spezielle Präparate für Kinder bei Fieber oder Schmerzen sollten in der Reiseapotheke dabei sein.
Wenn Sie mehr über den Transport von Medikamenten auf Reisen oder die Basisausstattung Ihrer Reiseapotheke wissen möchten, dann kommen Sie gerne zu uns in die Apotheke. Wir nehmen uns ausreichend Zeit für die Beratung.









