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Menstruationsbeschwerden sind nicht nur einmal im Monat ein Thema

Frau hält sich den Unterleib wegen Schmerzen

© Alina Stor AdobeStock 1586355410

Der weibliche Zyklus ist für jede Frau individuell. Sowohl die Zykluslänge als auch das eigene Erleben können variieren. So spüren manche Frauen sogar ihren Eisprung, andere nicht. An manchen geht der Zyklus nahezu spurlos vorbei, andere leiden unter verschiedenen Beschwerden. Nach einer Schwangerschaft kann sich zudem wieder vieles ändern, denn der Hormonhaushalt braucht ungefähr zwei Jahre, bis er sich wieder eingependelt hat. Zudem ist gerade der weibliche Hormonhaushalt sehr komplex und kann durch zahlreiche Faktoren wie beispielsweise Stress oder Infektionen beeinflusst werden. All das kann sich wiederum auf die Menstruation auswirken – oder darauf, wie stark damit verbundene Beschwerden ausfallen.

PMS – Beschwerden vor der Regelblutung

Manche Frauen fühlen sich bereits vor der Periode nicht wohl, und das über einen Zeitraum von mehreren Tagen. Das prämenstruelle Syndrom, kurz PMS kann sich in einer ganzen Bandbreite von körperlichen und psychischen Anzeichen bemerkbar machen. Teilweise können dies ähnliche Beeinträchtigungen wie während der Blutung sein. Typisch sind beispielsweise:

  • Schmerzen im Unterleib, aber auch im Rücken
  • Schlafstörungen
  • Niedergeschlagenheit oder Erschöpfung

Leichte Anflüge von PMS verspürt ein Großteil der Frauen und Mädchen während des Zyklus. Die Beschwerden können jedoch auch so ausgeprägt sein, dass der Alltag darunter leidet. Dann sollte man sich an Frauenarzt oder -ärztin wenden.

Schmerzhafte Blutungen

Setzt die Regelblutung dann ein, ist diese bei vielen Frauen mit mehr oder weniger starken Unterleibskrämpfen und Schmerzen verbunden. Grundsätzlich entstehen primäre Regelschmerzen durch das Zusammenziehen der Gebärmutter, um die nicht mehr benötigte Gebärmutterschleimhaut abzustoßen, bzw. durch die Botenstoffe, die diesen Vorgang anregen. Unter bestimmten Bedingungen ist die Wahrscheinlichkeit für primäre Regelschmerzen höher:

  • familiäre Vorbelastung
  • jünger als 30 Jahre
  • Regelblutung ist lange oder stark
  • in der Vergangenheit keine Schwangerschaft
  • hoher Alkoholkonsum
  • Rauchen

Neben primären Regelschmerzen können auch sekundäre Regelschmerzen vorkommen. Diese gehen auf andere Gründe zurück, hier kommen beispielsweise gutartig Geschwulste in der Gebärmutter (Polypen oder Myome) infrage. Grundsätzlich ist es auch möglich, dass eine Spirale die sekundären Regelschmerzen auslöst. Starke Schmerzen können zudem ein Anzeichen von Endometriose sein.

Dabei bildet sich Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutter im Bauchraum. Neben chronischen Schmerzen können auch Verwachsungen, Unfruchtbarkeit oder Schäden an anderen Organen Folgen der Erkrankung sein. Bei vielen betroffenen Frauen ist zudem der Leidensdruck groß, da die Erkrankung den Alltag stark beeinträchtigen kann und der Weg zur Diagnose nach wie vor oft lang ist.

Hausmittel oder Medikamente gegen die Schmerzen

Halten sich Regelschmerzen noch in Grenzen, kann man es mit Hausmitteln versuchen. Dazu zählen beispielsweise Wärme oder auch leichte Bewegung. Auch bestimmte Tees oder Entspannungsübungen können die Beschwerden lindern. Regelmäßiger Sport trägt in vielen Fällen dazu bei, dass Schmerzen während der Blutung, aber auch andere mögliche Beschwerden wie Kreislaufprobleme schwächer ausfallen.

Bei stärkeren Schmerzen können speziell auf Menstruationsbeschwerden abgestimmte Schmerzmittel helfen. Auch durch die Einnahme der Pille können Regelschmerzen oft verringert werden. Wird bereits eine Pille zur Verhütung eingenommen, kann sich auch das Nachdenken über eine Umstellung auf eine andere Pille lohnen – denn der Körper kann sich im Laufe der Zeit verändern und ein anderes Medikament entsprechend die bessere Wahl sein.

Menstruationsbeschwerden im Alltag

Hat man während der Periode immer wieder mit Beschwerden zu kämpfen, wirkt sich dies auch auf den Alltag aus. Einerseits sind Regelschmerzen alles andere als angenehm. Dazu können darüber hinaus auch weitere Probleme kommen, wie beispielsweise:

  • Stimmungsschwankungen durch die Hormone
  • Heißhunger-Attacken
  • Kreislaufprobleme
  • Müdigkeit

Dass solche Symptome den Alltag erschweren, ist offensichtlich. In einigen Ländern gibt es deswegen inzwischen bereits die Möglichkeit, während der Periode extra dafür vorgesehene Krankheitstage zu nehmen. Auch wer diese Option nicht hat, lässt es während dieser Tage des Monats vielleicht besser ruhiger angehen. Unter Sportlerinnen ist inzwischen auch Training nach dem Zyklus ein Thema.

Menstruationsbeschwerden im Speziellen und der Einfluss des Zyklus auf die körperliche und emotionale Leistungsfähigkeit im Allgemeinen sind also auf keinen Fall zu unterschätzen. Gleichzeitig sind sie nichts, was man als Frau einfach "durchhalten" muss. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, den Körper zu unterstützen und Menstruationsbeschwerden zu lindern. Zudem können starke Beschwerden tatsächlich die Folge einer Erkrankung sein. Deswegen ist es immer sinnvoll, Schmerzen oder andere Probleme bei der regelmäßigen Vorsorge anzusprechen.

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